Packliste für die Rennradtour​Was gehört in die Trikottasche? (und was lieber nicht)

Sandra Schuberth

 · 05.04.2026

Packliste für die Rennradtour: ​Was gehört in die Trikottasche? (und was lieber nicht)Foto: Matthias Borchers

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Fahrradtrikots haben hinten praktische Taschen. Darin kannst du allerhand verstauen und bist so für Wind und Wetter gewappnet, kannst dem Hungerast vorbeugen und nachpumpen, wenn dir die Luft ausgeht. Was gehört in die Trikottasche und was nicht?

Themen in diesem Artikel

Drei Taschen, endlose Meinungen. Wer in einer Gruppe fährt, wird schnell merken: Was andere in ihren Trikottaschen verstauen, ist so individuell wie ihre Rennradkonfiguration. Die einen fahren mit halber Apotheke, die anderen mit gerade mal einem Riegel Smartphone in der Tasche.

Dabei gibt es durchaus ein paar Grundregeln, die das Leben auf dem Sattel deutlich entspannter machen.

Das absolute Minimum

Egal ob kurze Ausfahrt oder Tagesrunde: Ohne diese fünf Dinge sollte das Rad eigentlich nicht die Garage verlassen.

Schlauch (oder Tubeless-Flickset), Reifenheber, eine kleine Minipumpe, Multitool, Personalausweis oder Krankenversicherungskarte und etwas Bargeld – für den Notfall, für ein Café, für den Zug nach Hause. Wer ohne Handy fährt (gibt es das noch?), braucht außerdem eine Notfallnummer irgendwo notiert.

Es ist aber dir überlassen, ob du dafür die Trikottasche nutzt oder andere Staumöglichkeiten wie eine Satteltasche, das Staufach im Rahmen, eine Rahmentasche, eine Oberrohrtasche oder oder oder ... die Möglichkeiten sind vielfältig.

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Ernährung: Nicht unterschätzen

Der Hungerast ist kein Mythos. Er trifft auch erfahrene Fahrende – meistens dann, wenn man dachte, man braucht nichts. Faustformel: Spätestens auf Ausfahrten ab 90 Minuten gehört Verpflegung in die Trikottasche. Riegel, Gels, Waffeln, echtes Essen – Hauptsache kalorienreich und schnell zugänglich.

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Für kurze Einheiten reicht oft ein Riegel oder ein Gel, für längere Touren sollte man eher zu viel als zu wenig einpacken. Ein halb gegessener Riegel in der Tasche ist kein Drama. Ein Hungerast bei Kilometer 80 schon.

Ich war selbst schon das ein oder andere Mal in der Situation, dass ich nach Feierabend auf eine kurze Runde gestartet bin und noch beim Rausfahren aus der Stadt irgendwo stoppen musste, um mir einen Snack zu kaufen und meine geplante Tour zu überstehen.

Wetter und Sicherheit

Ein Windbreaker oder eine sehr dünne Regenjacke gehören bei unbeständigem Wetter in die Trikottasche. Gut zusammengerollt passen die meisten modernen Jacken problemlos rein, ohne zu drücken oder zu schlackern. Wer im Frühling oder Herbst unterwegs ist: Armlinge oder dünne kosten kaum Platz und retten im schlimmsten Fall die Laune.

Ebenfalls oft vergessen: Sonnencreme. Bei kurzen Fahrten solltest du dich vorher mit mit Sonnenschutz eincremen. Bei langen Fahrten muss zwischendurch nachgeschmiert werden.

Was lieber nicht rein sollte

Die Trikottasche ist kein Rucksack. Schwere, harte oder scharfkantige Gegenstände haben dort nichts verloren – aus einem einfachen Grund: Sturz.

Wer auf dem Rennrad stürzt, landet oft auf dem Rücken. Was in der Trikottasche steckt, landet dann zwischen Rücken und Asphalt. Harte Minipumpen, Powerbanks, schwere Schlösser oder gar Werkzeug können bei einem Sturz Schaden anrichten – Prellungen, Hämatome, im schlimmsten Fall Schlimmeres. Deshalb gilt: Weiches in die mittlere Tasche, Hartes möglichst in die äußeren Seitentaschen – und im Zweifel lieber in eine Satteltasche auslagern.

Auch Smartphone oder Action Cam sollte nicht über der Wirbelsäule platziert werden. Wer es mitnimmt (und das sollte man), nutzt dafür lieber Seitentaschen oder auch Cargo-Taschen an der Radhose.

Der Trend: weniger ist mehr

In der Profi-Szene und im ambitionierten Amateursport setzt sich seit ein paar Jahren ein anderer Gedanke durch: die leere Trikottasche. Wer aerodynamisch unterwegs sein will oder einfach das Gefühl liebt, so wenig wie möglich am Körper zu haben, verzichtet auf Extragepäck. Für Rennen und kurze Einheiten macht das Sinn – für alles andere braucht man trotzdem ein Mindestmaß an Ausrüstung.

Die Gegenströmung: Bikepacking-Mentalität trifft Rennrad. Immer mehr Fahrende nutzen Kombination aus Trikottaschen, kleinen Rahmentaschen und Satteltaschen und sind damit für mehrstündige Ausfahrten komplett autark. Das Trikot selbst bleibt dabei leichter bepackt als früher – manchmal wird es auch mit einem lässigen T-Shirt ersetzt.

Kurz zusammengefasst

Auf die Tour mitkommen sollten: Pannenmaterial (Schlauch, Heber, CO₂ oder Pumpe), Energie (Riegel, Gels), Bargeld und Ausweis, bei Bedarf Windbreaker oder Armlinge. Ob du dafür die Trikottaschen oder andere Taschen nutzt ist dir überlassen.

Möglichst nicht in die Trikottasche: Hartes, Schweres, Scharfkantiges – zumindest nicht in die mittlere Tasche.

Und das Wichtigste: Probier aus, was für dich funktioniert. Wer einmal mit zu viel vollgepackten Taschen gefahren ist, packt beim nächsten Mal etwas weniger ein. Wer sich abholen lassen musste, weil der Ersatzschlauch zu Hause lag, vergisst das beim nächsten Mal wohl nicht mehr.

Sandra Schuberth

Sandra Schuberth

Redakteurin

Sandra Schuberth, mal Feierabendrunde, mal Trainingsride, mal unsupported Bikepacking-Challenge. Hauptsache sie und ihr Gravelbike – abseits vom Verkehr. Seven Serpents, Badlands oder Bright Midnight: Sie hat anspruchsvolle Bikepacking-Rennen gefinisht. Gravel und Bikepacking sind ihre Herzensthemen, ihr Anspruch an Equipment ist hoch. Was sie fährt, nutzt und empfiehlt, muss draußen bestehen: nicht im Marketing, sondern im echten Leben.

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