Der 43-jährige Steirer aus Kraubath erwischte einen deutlich besseren Start als im Vorjahr. Nach der ersten Nacht lag er noch auf Rang 30, nun kämpft er bereits um die vorderen Plätze. Der sechsmalige Race Across America-Sieger absolviert seine fünfte TCR-Teilnahme mit einer Bilanz von zwei Siegen, einem zweiten und einem fünften Platz.
Das Teilnehmerfeld von 367 Solo-Startern bewältigt die längste unsupported-Strecke der Welt ohne Begleitfahrzeuge oder Betreuer. Zwischen den vorgegebenen Checkpoints und Pflichtpassagen planen die Fahrer ihre Route selbst, organisieren die Verpflegung und lösen technische Probleme eigenständig. Die zwölfte Auflage des Rennens endet im griechischen Kalamata.
Die Bedingungen in der ersten Nacht forderten Strasser heraus. Um Mitternacht wurde es dunkel, um 3 Uhr morgens wieder hell. Die Temperaturen fielen auf 0 Grad, seine Finger und Zehen froren. Der Steirer hatte keine passende Kältebekleidung eingepackt. Die norwegische Landschaft mit Fjorden, Wasserfällen, Flüssen und Bergen beeindruckte ihn bei seinem ersten Rennen in Skandinavien.
Strasser verzichtete auf Schlafpausen und nähert sich dem ersten Checkpoint am Aurlandsfjord. Die Strecke führt über den Rallarvegen, eine 70 Kilometer lange Schotterstraße, bis in den Wintersportort Geilo. Anschließend geht es durch Südnorwegen nach Schweden.
Die Wahl der richtigen Fährverbindung von Schweden nach Mitteleuropa wird zum ersten strategischen Faktor. Verschiedene Häfen und Fahrpläne bieten unterschiedliche Optionen. Fahrer müssen abwägen zwischen kürzeren Strecken mit längeren Wartezeiten oder Umwegen ohne Aufenthalt. Diese Entscheidungen können das Rennergebnis beeinflussen.
Weitere Pflichtpassagen führen durch Tschechien und das Tatra-Gebirge in der Slowakei. Strassers Routenplanung verläuft über Ungarn und Kroatien bis nach Sarajevo. Der dritte Checkpoint befindet sich auf der ehemaligen Bobbahn der Olympischen Winterspiele 1984. Die Strecke führt direkt durch die historische Betonrinne. Nach einem weiteren Checkpoint in Albanien folgt der Schlussabschnitt auf der Peloponnes. Ab dem antiken Olympia warten zahlreiche Höhenmeter bis zum Ziel an der Küste.
Strasser transportiert beim Transcontinental Race zwei Kilogramm Kohlenhydratpulver, den Rest der Verpflegung kauft er unterwegs. Er plant drei Stunden Schlaf pro Nacht in Unterkünften. Ein Schlafsack reist mit, falls keine Unterkunft verfügbar ist. Das Wetter stellt zusätzliche Herausforderungen dar. In Norwegen können selbst im Hochsommer auf über 1.500 Metern Schnee, Regen und Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt auftreten. Wenige Tage später warten in Südosteuropa und Griechenland extreme Hitzebedingungen.
Robin Gemperle aus der Schweiz gewann das Transcontinental Race 2024 und führt aktuell mit kleinem Vorsprung. So früh im Rennen sind viele Fahrerinnen und Fahrer noch dicht beieinander. Jana Kesenheimer aus Deutschland startet als Frauensiegerin des Vorjahres. Martin Moritz, Manuel Rudaz, Nicolas Châtelet und Robert Müller aus Deutschland gehören ebenfalls zum Favoritenkreis. Strasser gewann vor dem TCR die Rennen "Rund um Sachsen" und das "Unknown Race". Seine Bilanz beim TCR umfasst zwei Siege, einen zweiten und einen fünften Platz.
Das Rennen lässt sich per GPS-Livetracking verfolgen. Strasser informiert auf seinen Social-Media-Kanälen über den Rennverlauf.

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