Sebastian Lindner
· 21.07.2026
Die 17. Etappe der Tour bewegt sich zwar weiter im Alpenraum, macht um die ganz hohen Berge aber einen Bogen. Dennoch geht es nach dem Start in Chambéry am Lac du Bourget auf den nächsten 50 Kilometern von 270 auf 1140 Meter über dem Meeresspiegel hinauf. Teil dieses Gesamtanstieges sind drei Bergwertungen, zwei der 4. Kategorie und einer der 3. Kategorie. Reichlich Höhenmeter bleiben dabei aber unkategorisiert.
Das bleibt auch in der Folge so. Denn nach dieser Bergschlaufe Richtung Norden geht es zurück nach Chambéry und von dort weiter in den Südwesten zum Ziel in Voiron. Zunächst muss dabei der Col de Couz überfahren werden - nochmal 350 Höhenmeter, für die es keine Bergpunkte gibt. Erst danach wird das Profil etwas ruhiger, wirklich flach bleibt es aber auch nicht. Etwa 25 Kilometer vor dem Ende wird der Zwischensprint abgenommen.
Bis sechs Kilometer vors Ziel geht es dann bergab, ehe die letzte Welle auf die Fahrer wartet, die nochmal 2600 Meter lang und im Mittel vier Prozent steil ist. Der Rest ist dann relativ eben, aber technisch sehr anspruchsvoll. Allein auf dem letzten Kilometer warten drei 90-Grad-Kurven, dazu mehrere Speedbumps.
Für die einen ist es die letzte Sprintetappe der Tour 2026, für die anderen ein weiterer Tag für die Ausreißer. Die A.S.O. selbst stuft den Tag als Flachetappe ein, doch fast 40 Kilometer bergauf am Stück, unterbrochen nur von einer kleinen Abfahrt, werden ziemlich viele Sprinter über ihre Grenzen bringen. Und dabei bleibt es nicht. Der fast zehn Kilometer lange Anstieg zum Col de Couz mitten in der Etappe ist unkategorisiert, aber im Grunde mindestens genauso schwierig wie die vier Bergwertungen im ersten Teil des Rennens. Auch die letzte Welle vor Voiron könnte ein Feld nochmal auseinandernehmen.
Dazu kommt: In Tim Merlier (Soudal Quick-Step) ist der bislang beste Sprinter dieser Tour gar nicht mehr dabei. Er war es, der auf den bisherigen Flachetappen sein Team arbeiten ließ. Das wird nun den Teufel tun und sich nicht mehr an der Nachführarbeit beteiligen. Wer um den Tagessieg sprinten will, muss also in die Ausreißergruppe.
Wie gemacht scheint die Etappe für Mads Pedersen (Lidl - Trek). Der kommt über Berge dieser Art - auch in einer Gruppe. Er könnte den Tag nutzen, um die letzten Zweifel daran auszuräumen, dass ihm das Grüne Trikot gehört.
Dass auch die A.S.O. nicht unbedingt mit einem Massensprint rechnet, zeigt die Streckenführung des Finales, das mit seinen vielen Kurven kaum geeignet ist für eine große Fahrergruppe, die noch um den Sieg kämpft.
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