| Gewicht | 8.08 kg |
| Schaltung | SRAM Rival AXS |
| Bremse vorne | SRAM Rival |
| Laufradsatz | AX-Lightness Aero-R 50CX |
| Reifen vorne | Continental Grand Prix 5000 AS TR 35-622 |
Als robuster Begleiter mit sportlicher Optik und ohne Schnickschnack präsentiert sich das Blade EDR von Benotti. Die Marke aus Duderstadt machte schon in zurückliegenden Tests mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis auf sich aufmerksam, das gilt im Grunde auch für das Blade EDR, sofern man solide Technik und keine Extravaganzen erwartet. Über moderne Zusatzfeatures wie ein Staufach, Schutzblechaufnahmen oder Gepäckbefestigungen verfügt der schlicht designte Rahmen nicht, mit UDH-Schaltauge und vollintegriertem Cockpit ist er aber technisch auf neuestem Stand.
Unser Testrad liegt am günstigen Ende der Preis-Skala unseres Vergleichstests um 4.000 Euro und trägt mit der SRAM Rival „nur“ eine durchschnittliche Antriebsgruppe. Funktional macht das kaum einen Unterschied, teurere Gruppen sind vor allem leichter. Ein hochwertiges Carbon-Cockpit und leichte Laufräder der Eigenmarke AX-Lightness holen das Mehrgewicht aber locker wieder raus, mit knapp über acht Kilogramm fällt das Gesamtgewicht im Vergleich respektabel niedrig aus. Das gilt umso mehr, wenn der Blick auf die Bereifung fällt: Die 35-Millimeter-Conti Gummis wirken auffallend voluminös, auf fast 38 Millimeter wölben sie sich auf den Felgen und nehmen die Sorge vor allen schlechten Untergründen. In der montierten All-Season-Variante mit zusätzlichem Pannenschutz und einer Gummimischung für mehr Grip sind sie zudem absolute Sorglos-Teile.
Die Reifen prägen auch den Fahreindruck auf dem Blade EDR. Sie rollen zwar nicht ganz so flott wie die Profi- Pendants, vermitteln in der Breite und mit entsprechend wenig Druck aber viel Komfort und Sicherheit in Kurven. Mit den Pneus sind die Platzverhältnisse des Rahmens maximal ausgereizt; dass das Rad ursprünglich für etwas schmalere Reifen konstruiert wurde, merkt man dem Lenkverhalten an. Bei niedrigem Tempo reagiert das Benotti sehr sensibel, fühlt sich etwas nervös und kippelig an. Daran kann man sich aber schnell gewöhnen und das Rad bleibt in allen Situationen gut beherrschbar; bei hohem Tempo zieht es sicher seine Bahn.
Die Sitzposition fällt auf dem Papier klassenüblich aus: komfortabel aufrecht, aber nicht extrem. Im Sattel fällt jedoch auf, wie die Lenkerkombi den Oberkörper in die Länge zieht. Im Zusammenspiel mit den montierten Spacern von drei Zentimetern kam uns Testern (180 Zentimeter Körpergröße) das Rad in Größe 56 recht hoch und lang vor, also fast etwas groß. Auch eine Nummer kleiner hätte uns vermutlich gut gepasst, auf der man mit zwei Zentimeter kürzerem Steuerrohr dann etwas kompakter und sportlicher sitzt. Ansonsten wirkt das Rad ausgereift und frei von Macken, die SRAM-Schaltung verrichtet unauffällig ihren Dienst und die Bremsen arbeiten formidabel. Auch der Sattel und die Ergonomie des Lenkers haben uns gut gefallen.
Dass das Rahmen-Set im Steifigkeitstest keine Top-Werte erreicht, drückt etwas auf die Gesamtnote, ist aber für durchschnittlich schwere Fahrer unkritisch und soll den ordentlichen Gesamteindruck nicht schmälern. Neben der Rival-Variante gibt es das Rad zum gleichen Preis mit elektronischer Shimano 105 Di2. Günstigere, mechanisch schaltende Komponenten sind nicht im Programm. Als Upgrade kommen hochwertigere Schaltungen von SRAM und Shimano sowie verschiedene Laufräder infrage; die Top-Modelle mit Shimanos Dura-Ace oder SRAM Red AXS wirken mit 7.199 Euro ebenfalls fair kalkuliert. Der Vertrieb der Bikes läuft überwiegend über den Webshop, Händler beziehungsweise Servicestützpunkte gibt es neben dem Hauptsitz im Süden Niedersachsens nur in Weiterstadt bei Frankfurt und in Starnberg bei München. Interessante Nebenangebote beim Kauf sind Finanzierungen, eine Vollkasko-Versicherung und Leasingangebote, die direkt über Benotti abgeschlossen werden können. Außerdem gibt es ein Crash-Replacement- Angebot.

Redakteur
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